GIPSKARSTRISIKO –„STEIFE SCHACHTEL“(2010)

Das Risiko für Erdfälle in Gebieten mit potentiellem Gipskarst wurde durch die Abteilung Landesgeologie im Amt der Tiroler Landesregierung bereits vor über 10 Jahren erkannt und gebietsmäßig ausgewiesen. Alternativ zu der mitunter sehr kostenintensiven Fundierung mittels Bohrpfählen im stabilen tieferliegenden Fels wurde von alpECON im Jahre 2010 das Prinzip eines Tragwerks überlegt. Grundlage für ein solches Fundierungskonzept ist eine räumliche Untergrundinformation. Mittels geophysikalischer Tomographie werden Schwächezonen ausgewiesen, welche statisch überspannt werden. Das hierfür von Dipl.-Ing. Alfred Brunnsteiner / Büro dibral vorgeschlagene System der „Steifen Schachtel“ ist für Einfamilienhäuser bis zur Wohnanlage mittlerweile „Standard“ bei einem Risiko-Baugrund mit Schwächezonen im Bezirk Reutte.

Abbildung 1: Geologisch durchinterpretierter Schnitt einer geoelektrischen Tomographie, ausgewertet in 1D-Inversion. Blaue Ovale stellen Schwächebereiche dar.

Abbildung 2: Grundriss mit den zwei ausgewiesenen Schwächezonen (weiß umrandete Felder) auf Grundlage des links abgebildeten Schnittes und einer zusätzlichen MASW-Seismik. Rote Felder kennzeichnen die statisch zu überspannenden Bereiche.

MINERALCHEMISCHE UND PHYSIKALISCHE SUBSTRATKLASSIFIZIERUNG FÜR BODEN (2008 –2018):
5 KOMPONENTEN-SYSTEM SS –BS –TM –K - D

Ziel dieses Projektes ist die Waldtypisierung für eine standortgerechte Aufforstung. Seit 2008 bis heute wurden ca. 300.000 ha Waldflächen Tirols mit einem von alpECON entwickelten mineralchemischen Klassifikationsschema begutachtet. Dieses Schema wurde gemeinsam mit dem Büro WLM/Dipl.-Ing. Klosterhuber kalibriert und in mehreren Schritten verfeinert.

Faziesräume:

LOCKERGESTEINS- BZW. SUBSTRATVARIABILITÄT:

Bänderschluffe - Seeablagerungen

Fluviales Erosionsprodukt, entstanden aus der unterlagernden Grundmoräne

Fluviatile Eisrandsedimente, Sand und Kies

Laserscan-Geländemodell:

Bildquelle: Ausschnitt aus dem Laserscan – digitales Geländemodell - TIRIS, Land Tirol, Abteilung Geoinformatik.

Aus der „Stichbereichs“-Kartierung im Gelände und der Laserscanauswertung werden „neue“ Quartärflächen und damit Flächen mit Lockergesteinssubstrat erkannt und klassifiziert:

Bildquelle: Ausschnitt aus der Geologischen
Karte ÖK 90 Blatt Kufstein der Geologischen
Bundesanstalt in Wien

Neue Polygone mit Flächen von:

16 ha

24 ha

12 ha

89 ha

Abbildung 1: Von der GeoFAST-Karte der Geologischen Bundesanstalt als Grundlage (Bild links oben), gelangt man über eine stichprobenartige Geländeaufnahme (Bild rechts oben) und die Laserscanauswertung zu einer ergänzten Substratkarte (Bild links unten). „Neue“ 140 ha = 1,4 Mio m2 Lockergesteinsbedeckung sind auf diese Weise erkannt und klassifiziert worden.

Abbildung 2: Bereich 3 – Verwitterungsschicht - und Bereich 4 – unverwittertes Lockergestein - stellen das mögliche Ausgangssubstrat für die Bodenbildung dar.

Abbildung 3: Probenahme NEDER-1 – Detail; oberflächlich verbraunte Eisrandsedimente

Abbildung 5: Differenzierung von Substratgruppen in der Geodatabase auf Basis der Geländeaufnahmen, der Laserscanauswertung und der Einarbeitung der Eichpunkte des Projektpartners WLM (Bodenkunde).